Mikrokredite als Finanzierungsmöglichkeit

Bei Mikrokrediten handelt es sich um ein interessantes Finanzierungsinstrument, welches in erster Linie an die speziellen Anforderungen von Start-ups und Kleinunternehmen angepasst ist. Mikrokredite stellen prinzipiell eine praktische Finanzierungsmöglichkeit dar, um Neulingen den Weg in die Selbständigkeit zu erleichtern. Im Folgenden erfahren Sie, wodurch sich Mikrokredite auszeichnen, wie Mikrokredite als Fördermittel funktionieren und welche Vor- und Nachteile diese Art der Finanzierung mit sich bringt.

Was genau ist ein Mikrokredit?

Mikrokredite sind ein relativ neues Finanzierungsmittel, das es erst seit einigen Jahren gibt. Das System kam erstmals in Bangladesch zum Einsatz. Bangladesch ist ein asiatisches Land, das sehr arm ist und in dem die Kluft zwischen Arm und Reich kontinuierlich größer wird. Ein bekannter Wirtschaftswissenschaftler aus diesem Land entwickelte eine Finanzierungsmöglichkeit, um die armen Menschen in seinem Land unterstützen zu können. Im Jahr 1976 rief er mit einem relativ geringen Investment ein Pilotprojekt mit dem Namen “Grameen Bank” ins Leben. Sein Projekt fußte auf einem simplen wie genialen Prinzip: Während traditionelle Geldinstitute, mit der Vergabe von Krediten in erster Linie Gewinne machen möchten, verfolge der Wirtschaftswissenschaftler Muhammad Yunus mit seiner Grameen Bank das Ziel, Menschen mit der Vergabe kleinerer Geldsummen finanziell zu unterstützen. Diese sogenannten Mikrokredite waren zinsfrei und waren als eine gewisse Starthilfe gedacht.

Besonderheiten und Aufgaben von Mikrokrediten

Mikrokredite, die in Deutschland vergeben werden, zeichnen sich in erster Linie dadurch aus, dass die Darlehenssumme unter der Marke von 20.000 Euro liegt. Die Funktionen und Aufgaben von Mikrokrediten in Deutschland lehnen sich im Großen und Ganzen an die ursprünglichen Prinzipien an. Insbesondere in Deutschland gibt es immer mehr Menschen, denen beispielsweise wegen Arbeitslosigkeit ein traditioneller Bankkredit verwehrt bleibt. Diese Personen haben oft keine Wahl, schnell und unkompliziert an eine gewisse Geldsumme zu kommen. Genau an dieser Stelle kommen Mikrokredite ins Spiel. Mikrokredite geben Menschen, die arbeitslos sind oder einen negativen Schufa-Eintrag haben, die Möglichkeit einen Kreditbetrag von bis zu 20.000 Euro zu erhalten. Damit die Vergabe einem möglichst standardisierten und einfachen Prozess folgt, wurde im Jahr 2004 das DMI-Finanzinstitut ins Leben gerufen.

Wie kann man einen Mikrokredit beantragen?

Potenzielle Darlehensnehmer können einen Mikrokredit nicht über eine gewöhnliche Hausbank beantragen, sondern müssen sich an das DMI wenden. Die DMI pflegt eine aktuelle Liste aller zertifizierten Finanzberatungsinstitute, die Interessenten bei der Mikrokredit-Vergabe behilflich sein können. Interessenten müssen sich also zunächst an eines der zertifizierten Finanzberatungsinstitute des Deutsche Mikrofinanz-Instituts wenden. Um für einen Mikrokredit berücksichtigt zu werden, ist es nötig, von dem jeweiligen Beratungsinstitut eine positive Bewertung zu bekommen. Nach dem Erhalt einer positiven Bewertung, wird die Vergabe des Mikrokredits durch die GSL-Bank mit Hauptsitz in Bochum geregelt.

Was sollte man beim Kreditantrag beachten?

Antragsteller sollten sich darüber im Klaren sein, dass die Mikrokredit-Institute gewisse Sicherheiten verlangen. Je nach zuständigem Institut kann es eventuell nötig sein, einen Bürger zu nennen. Dieser muss dem Kreditgeber versichern, dass er in der Lage ist, den Kreditbetrag in voller Summer zurückzuzahlen. Darüber hinaus sollte klar sein, dass für sämtliche Zusatzleistungen Gebühren in Rechnung gestellt werden. Falls der Kreditnehmen mit den Rückzahlungen in Verzug geraten sollte, ist bei den meisten Kreditinstituten eine Strafgebühr üblich. Um unnötige Strafzahlungen zu vermeiden, sollte Rückzahlungsvereinbarung stets pünktlich und in vereinbarter Höhe eingehalten werden.

Vorteile eines Mikrokredits

Im Vergleich zu traditionellen Krediten bieten Mikrokredite zahlreiche Vorteile, von denen potenzielle Kreditnehmer profitieren können. Die Vorteile im Überblick:

  • Keine Untergrenzen – Im Gegensatz zu herkömmlichen Ratenkrediten überzeugen Mikrokredite mit der Tatsache, dass es bei der Antragstellung keine Untergrenze gibt. So müssen Antragsteller beispielsweise keine hohen Kreditsummen beantragen, die Sie überhaupt nicht benötigen, nur, weil eine gewisse Untergrenze vorgeschrieben ist.
  • Unkomplizierte und schnelle Vergabe- Die Vergabe von Mikrokrediten wird über das Deutsche Mikrofinanz-Institut geregelt. Somit entfallen sämtliche komplizierte bürokratische Vorgänge.
  • Relativ kurze Wartezeiten – Im Vergleich zu anderen Finanzierungsmöglichkeiten sind die Wartezeiten nach der Bewertung durch die Finanzberatungsinstitute bis zur Genehmigung des Mikrokredits relativ kurz.

Fazit

Mikrokredite sind insbesondere an die speziellen Bedürfnisse und Anforderungen von Personen ausgelegt, die aufgrund unterschiedlicher Umstände einen gewöhnlichen Ratenkredit nicht aufnehmen können. Im Vergleich zu anderen Finanzierungsmöglichkeiten zeichnen sie sich aus durch eine schnelle und unkomplizierte Vergabe sowie durch die Tatsache, dass bei der Antragstellung keine Untergrenze vorgeschrieben ist


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Mrs. B.

Mrs. B. ist eine ganz normale Ehefrau, Mutter und Finanz-Laie. Alle Beiträge, die sie schreibt, sind gut recherchiert aber eben aus der Sicht eines privaten Anlegers.

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